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07.09.2020

Krise einfach mal weggespielt


Es war ein Experiment der besonderen Art, zu dem die Sendenhorster Stadt- und Feuerwehrkapelle am vergangenen Freitag auf den Lambertiplatz eingeladen hatte. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie mussten nahezu alle Auftritte der Sendenhorster Musiker abgesagt werden. Lange durfte nicht mehr geprobt werden, und selbst das geplante Show-Konzert der Big-Band der Bundeswehr , dem alle Musikfreunde entgegengefiebert hatten, fiel der Pandemie zum Opfer. Mit der Unterstützung von Sponsoren und Partnern, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und Freunden wurde nun an einem Konzept gefeilt, das unter der Beachtung der aktuellen Schutzvorkehrungen ein Open-Air-Konzert ermöglichte.

Mehr als 300 Musikfreunde fieberten dem Event der Kapelle entgegen und stürmten schon zeitig den zum Konzertplatz gestalteten Lambertiplatz, um mit Stühlen, Tischen und Snacks ausgerüstet ihren Kreis zu beziehen.

Musikalisch wurde der Abend vom Jugendorchester der Feuerwehrkapelle eröffnet. Der Nachwuchs stellte unter der Leitung von Daniel Keppler eindrucksvoll sein schon beachtliches Können unter Beweis. Nach einer kurzen Umbauphase überzeugte dann die große Kapelle mit einem musikalischen Potpourri. „Letztendlich ist das Konzert, ein Lebenszeichen von uns. Wir sind noch da“, so die kurzen und treffenden Einführungsworte des Dirigenten und Moderators Kevin Linnemann , ehe die knapp 40 Musiker dann endlich wieder spielen durften. Dass es sich für die Musiker wie eine Befreiung anfühlte, war deutlich zu spüren, und der Funke sprang schnell auf die Besucher, die es sich mehr und mehr auf dem großen Platz gemütlich machten, über.

Dass mit zunehmender Dunkelheit nicht mehr alle was sehen konnten, tat der Stimmung keinen Abbruch. Selbst die Musiker, die auf der großen Bühne aufgrund der Abstandsregel ungewohnt weit auseinander saßen, hatten ihren Dirigenten später nicht immer ganz im Blick. Alles nicht schlimm, die Kameraden der Feuerwehr waren gut vorbereitet und setzten den Dirigenten schnell wieder in das richtige Licht.

Musikalisch überzeugten die Musiker mit einem bunten Mix vom „Rocking Marsch“ über „Azzuro“ bis hin zu „Dschinghis Kahn“. Bei dem Titel „Aus Böhmen kommt die Musik“, schwappte der musikalische Bazillus dann endgültig auf das Publikum über. Der tolle Song animierte zum Mitklatschen und Schunkeln. Die Moderation von Kevin Linnemann war gespickt mit Anekdoten aus der nicht immer so einfachen Probezeit. Und der Blick der Zuschauer ging dann doch mal besorgt in Richtung Himmel, als Linnemann erzählte, dass während einer Außenprobe mal ein „fetter Gruß“ aus luftiger Höhe auf dem Notenständer des Dirigenten landete. „Knapp vorbei ist aber eben auch nicht getroffen“, so Linnemann schmunzelnd.

Es war ein tolles, abwechslungsreiches und von Anfang bis Ende perfekt durchorganisiertes Konzert. Die Zuschauer waren mehr als dankbar, dass die Verantwortlichen mit diesem Abend für einem Moment die Corona-Krise weggespielt haben. Stehende Ovationen für den Mut und den tollen Abend, beendeten dann das Kreis·Konzert.

Westfälische Nachrichten / Dirk Vollenkemper Quelle: https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Sendenhorst/4266763-Kreis-Konzert-der-Stadt-und-Feuerwehrkapelle-Krise-einfach-mal-weggespielt


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